Sells erfreut sich schon einer umfassenden Opernerfahrung und ist bisher in vielen Rollen aufgetreten, u. a.: Zettel (Britten Ein Sommernachtstraum, Opernhaus Zürich), Herault u. Apollon (Gluck Alceste), Calender (Gluck Die Pilger von Mekka), Le Huron (Grétry Le Huron), Baß (Händel L’Allegro, il penseroso ed il moderato, cover an der Opéra de Paris), Der Mann (Hindemith Mörder, Hoffnung der Frauen), Kuchař Z mrtvého domu (Aus einem Totenhaus, Konwitschny/Metzmacher, Opernhaus Zürich), Pastore u. Spirito (Teatro Real, Madrid) sowie die Titelrolle (Monteverdi L’Orfeo), Graf Almaviva, Don Giovanni, Leporello, Jupiter (Offenbach Orpheus in der Unterwelt), Der König (Orff Die Kluge), Ficcanaso (Pacini Il convitato di Pietra), Lo svegliato (Paisiello Il barbiere di Siviglia), Rambaldo (Puccini La rondine), Sleep u. Mopsa (Purcell The Fairy Queen, Aix-en-Provence), Huascar (Rameau Les Indes galantes), Rossinis Bartolo sowie Figaro (Oper Schloss Hallwyl), Slook (Rossini La cambiale di matrimonio), Prime Minister (Sallinen The King Goes Forth to France), Starker Blinder in der Uraufführung von Anno Schreiers Die Stadt der Blinden am Opernhaus Zürich (Stephan Müller/Zsolt Hamar) und Perrückenmacher Ariadne auf Naxos (OHZ). 

2014/2015 wird er den Zar in Lortzings Zar und Zimmermann (Operettenbühne Hombrechtikon), den Lautsprecher in Ullmanns Der Kaiser von Atlantis (Opéra de Dijon), und Papageno (Oper Schloss Hallwyl) verkörpern, sowie in The Fairy Queen (Oper Schloss Waldegg) mitsingen.


Dank seiner Leidenschaft für die Alte Musik und seines bemerkenswerten Stimmumfangs wurde Sells 2007 zu William Christies Jugendakademie Le Jardin des Voix erwählt. Mit dem Jardin unternahm er Konzertreisen in Europa und den U.S.A. und machte Debüt-Auftritte an der Cité de la Musique (Paris), am Auditorio Nacional (Madrid), am Palais des Beaux Arts (Brüssel), an der Alten Oper (Frankfurt), am Barbican Centre (London), am Lincoln Center und an der Carnegie Hall (New York). Seither ist er gern gesehener Gast bei vielen Alte Musik-Ensembeln und hat unter der Leitung von renommierten Dirigenten wie John Eliot Gardiner (Berliner Philharmonie, Prag Rudolfinum, Dom von Pisa, BBC Proms am Royal Albert Hall, Salle Pleyel) und Robert Hollingworth (I Fagiolini, Lufthansa Baroque Festival, BBC Chamber Music Proms) gesungen. Aus seiner Zusammenarbeit mit I Fagiolini ist schon eine CD-Aufnahme (Monteverdi Il ballo dell’ingrate) entstanden, wobei BBC Music Magazine seine Darstellung des Plutone als “ausgezeichnet” feierte.


Sells ist ausserdem ein engagierter Liedsänger. Er studierte französischen Gesang mit Malcolm Martineau im Rahmen des Britten-Pears Young Artist Programme und das Deutsche Lied mit Graham Johnson an der Guildhall School, und kann auf zahlreiche Auftritte bei Liedfestivals in Grossbritannien zurückblicken.  Zusammen mit dem Komponisten Edward Rushton am Klavier sang er an der Berner Liederstunden 2013.  Ein Konzert in der Reihe ‘Liedrezital Zürich’ ist mit Herrn Rushton für 2016 geplant, sowie einen Rückkehr an die Berner Liederstunden Februar 2016 mit Schoecks Notturno.

Der britische Bariton Jonathan Sells wurde 1982 zu London geboren, und wohnt derzeit in Bern.  Er ist auf der Opern-, Konzert- und Rezitalbühne gleichsam zu Hause.  Nach dem Studium der Musik und Musikwissenschaft an der Universität Cambridge absolvierte er Opernstudien an der Guildhall School of Music and Drama bei Janice Chapman. 2010 bis 2012 nahm er am Internationalen Operastudio des Opernhauses Zürich teil.  Er ist mehrfach Preisträger gewesen, insbesondere der Bronze Gottlob-Frick-Medaille, des Thelma King Vocal Award, des Guildhall Gold Medal Wettbewerbs, der Festival-Akademie zu Verbier (Prix Thierry Mermod) und des Guildhall Recital Prize. Sein Erfolg beim letzteren Wettbewerb führte zu seinem Debüt-Auftritt 2010 in einem Solo-Liederabend an der Wigmore Hall.

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